Tradition und Erneuerung an der UZH

Verankert in Zürich – gestern, heute und morgen

Der Erfolg der Universität Zürich (UZH) widerspiegelt sich in ihrer baulichen Entwicklung. Sie beginnt 1833 als «Stadtuniversität» im Herzen der Stadt Zürich, etabliert zusammen mit der ETH Zürich und dem Universitätsspital das «Hochschulgebiet Zürich Zentrum» und baut 1979 für die Naturwissenschaften und die Medizin den zweiten Standort Irchel. An diese Erfolgsgeschichte knüpft die UZH bei ihrer Weiterentwicklung an. Sie bleibt der bewährten Tradition als Stadtuniversität treu und erneuert sich gleichzeitig für die Anforderungen der Zukunft.

Stadtuniversität UZH – Bauen für Bildung und Forschung

Die UZH ist sich der Grösse und des Stellenwerts ihres Gebäudeparks im öffentlichen Raum bewusst. Deshalb hat sie sich bei ihrer Weiterentwicklung auch das Ziel gesetzt, für die breitere Öffentlichkeit zugängliche Begegnungsorte im urbanen Umfeld zu schaffen. Der gewählte Name «Stadtuniversität UZH – Bauen für Bildung und Forschung» ist dabei Konzept. Er beschreibt die Vision einer lebendigen und wechselseitig gewinnbringenden Interaktion zwischen UZH und Gesellschaft.

Gründung im Herzen der Stadt

Die UZH entsteht 1833 «durch den Willen den Volkes» und kann sich rühmen, die erste Universität Europas zu sein, die von einem demokratischen Staatswesen gegründet wird. Ihr erstes eigenständiges Domizil bezieht sie am Hinteramt in der Augustinergasse. Als sich 1905 erstmals über 1000 Studierende an der UZH immatrikulieren, entschliesst sich Zürich für einen grossen städtebaulichen Schritt nach vorne. Das Zürcher Stimmvolk bewilligt den Bau eines markanten Hauptgebäudes am Fusse des Zürichbergs; der von weit sichtbare Turm wird zu einem Wahrzeichen.

Starkes Wachstum führt zu akuter Raumnot

Ab den 1960er-Jahren wächst die UZH stark. In nur 11 Jahren verdreifacht sich die Studierendenzahl. Anpassungen an die neuen Herausforderungen als grösste Universität der Schweiz sind nötig: Die UZH errichtet 1979 einen zweiten Standort Irchel und verlegt die Naturwissenschaften und die medizinische Grundlagenforschung dorthin. Weitere Etappen werden 1983, 1993 und 1999 eingeweiht. Sie ermöglichen es, das stete Wachstum zu bewältigen.

Die bauliche Entwicklung der UZH jedoch bleibt nach der Eröffnung der vierten Irchel-Etappe 1999 stehen. Gleichzeitig steigen die Studierendenzahlen auf über 25‘000. Zur kurzfristigen Stabilisierung der akuten Raumnot muss die UZH verschiedene Wohn- und Gewerbeliegenschaften im Stadtgebiet, in Oerlikon und Schlieren anmieten. Mittlerweile betreibt sie rund 200 Liegenschaften, von denen zwei Drittel relativ klein sind (weniger als 1000 Quadratmeter Nutzfläche) und ein Grossteil inventarisiert und denkmalgeschützt ist.

Räumliche Verzettelung und unangemessene Infrastruktur

Heute sind die sieben Fakultäten der UZH auf vier Standorte (Zentrum, Irchel, Oerlikon, Schlieren) und weitere Streulagen verteilt. Durch die räumliche Verzettelung und die unangemessene Infrastruktur wird der universitäre Betrieb zunehmend ineffizient und teuer. Die wissenschaftliche Zusammenarbeit ist erschwert. Für eine erfolgreiche Zukunft muss die UZH diese Fehlentwicklung grundlegend korrigieren.

Die UZH integriert am Ende des Erneuerungsprozesses die Institute in Oerlikon und Schlieren in die Hauptstandorte Irchel und Zentrum.
Die UZH integriert am Ende des Erneuerungsprozesses die Institute in Oerlikon und Schlieren in die Hauptstandorte Irchel und Zentrum.
Die UZH integriert am Ende des Erneuerungsprozesses die Institute in Oerlikon und Schlieren in die Hauptstandorte Irchel und Zentrum.

Zusammenführen, was inhaltlich zusammengehört

Die verschiedenen Forschungsbereiche sollen in Zukunft an den Standorten Zentrum und Irchel nach inhaltlichen Schwerpunkten und Schnittstellenbereichen angesiedelt werden. Eine solche Gliederung ermöglicht eine optimale Zusammenarbeit und vielfältige Synergien – auch über die disziplinären Grenzen hinweg. Am Ende des Erneuerungsprozesses gibt die UZH die angemieteten Gebäude in Oerlikon, Schlieren und an anderen Streulagen auf.

Zur hohen Lebensqualität beitragen

Letzten Endes profitiert die ganze Gesellschaft vom Mehrwert, den die tertiäre Bildung generiert – in Form von Ideen, Innovationen, Analyse-, Reflexions- und Interpretationsvermögen, Meinungsvielfalt, Problemlösungsfähigkeit und vieles mehr. Diese und weitere Skills sind es, die das Leben in einer Stadt attraktiv machen – wiederholt ist Zürich als City mit der besten Lebensqualität weltweit ausgezeichnet worden.

Relevanz für beide Seiten

Die bauliche Weiterentwicklung der UZH ist diesen Gedanken verpflichtet und will dazu beitragen, den Hochschulstandort Zürich nicht nur für die Forschenden und Studierenden von morgen, sondern für die ganze Gesellschaft attraktiv zu gestalten. Dieser rege Austausch der UZH mit der Gesellschaft ist für beide Seiten ein Gewinn. Die UZH vergewissert sich dadurch der Relevanz ihrer Forschungsthemen. Und die Gesellschaft profitiert von ebendieser Relevanz, da die Resultate der UZH-Forschungsprojekte über kurz oder lang in die Praxis und die Öffentlichkeit einfliessen. Dieses rege Hin und Her zwischen Wissenschaft und Gesellschaft ist denn auch der Grund, weshalb die UZH eine Stadtuniversität bleiben will und ihre zentralen Standorte Zentrum und Irchel erneuert und erweitert.