Baubereich UZI 5 (Übersichtsplan)

Baubereich UZI 5

Startschuss im April 2016

Die 5. Bauetappe am Standort Irchel startete im April 2016 auf dem hinteren Teil des Teilgebiets Irchel Mitte, nähe Frohburgstrasse. Das Projekt UZI 5 stellt eine zeitgemässe Laborinfrastruktur für das Institut für Chemie bereit.

Die chemischen Wissenschaften werden im UZI5 Grundlagenforschung mit nachhaltigen Anwendungen verbinden: sie werden sichere Batterien für erneuerbare Energien, natürliche Ansätze für die biologische Landwirtschaft und mögliche Medikamente für gesundes Altern entwickeln. Komplementäre Forschung betreiben das Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften, das zum Beispiel Nachhaltigkeit in verschiedenen natürlichen Systemen untersucht und das Institut für Quantitative Biomedizin, welches Grundlagenforschung mit translationaler Forschung und medizinischer Informatik verbindet. Beide Institute ziehen in das oberste Stockwerk M des UZI 5.

Das multifunktionale Grundrisskonzept mit dedizierten Labor- versus Büroachsen legt die Basis für eine moderne Lehre und Forschung in diesen Fachbereichen. Das Gebäude hat innerhalb der UZH den höchsten Technisierungsgrad und beinhaltet zahlreiche hochinstallierte Labore, Speziallabore (wie beispielsweise Laser-Labore) und zentrale Forschungsgeräte wie Magnetresonanz-Spektrometer.

Der Kredit von 195 Millionen wurde vom Kantonsrat im Februar 2013 bewilligt. Für das Erweiterungsprojekt beantragte der Regierungsrat im Dezember 2017 zusätzlich 55,4 Millionen CHF beim Kantonsrat.

Stärkung der Life Sciences

Für die zukünftige Entwicklung des Campus Irchel ist der Schwerpunkt Life Sciences und (Grundlagenforschung) Medizin zentral. Die Chemiker der UZH leisten einen unverzichtbaren Beitrag nicht nur zur Ausbildung von Medizinerinnen und Medizinern, sondern auch in der medizinischen Forschung, wie beispielsweise in der Krebsdiagnostik und -therapie, der Nanomedizin, der Antibiotikaresistenz, der Forensik, dem Doping und vielen weiteren Forschungsfragen. Die Quantitative Biomedizin liefert durch ihre klinische Forschung («bench to bedside») wichtige Hinweise für die Verbesserung von medizinischen Behandlungen und Therapien und arbeitet mit renommierten medizinischen Partnern zusammen. Evolutionsbiologie und Umweltstudien erforschen die Veränderung von Lebensformen im Laufe der Erdgeschichte. Dabei ermittelt sie sowohl Gesetzmässigkeiten wie auch Zufälle der Evolution.

Zeitgemässe Bedingungen für Lehre und Forschung

Für den Forschungsfortschritt ist es darum wichtig, dass die chemischen Wissenschaften und ihre benachtbarten Wissenschaften in ein zeitgemässes und wandlungsfähiges Gebäude einziehen können, wo sie unter optimalen räumlichen Bedingungen forschen können. Dazu gehört einerseits die Ausschöpfung der Synergien entlang der internen Forschungslinien der Chemie: Die einzelnen Bereiche der Chemie an der UZH sind ja seit 2014 fusioniert, andererseits auch entlang den interdisziplinären Schnittstellen mit den anderen Life-Science Instituten.

Laborausbau im Baukastensystem

Der Laborausbau im Modulsystem ermöglicht, dass sich die Infrastruktur flexibel nach der Forschungsidee richtet und nicht umgekehrt die Forschungsmöglichkeiten von der vorhandenen Infrastruktur begrenzt werden: Das System ermöglicht ein vielfältiges Raum- und Arbeitsplatzangebot durch die Anpassung der Raumnutzungen innerhalb einer Laborachse. Ziel ist ein Layout mit neutralem Charakter. Es soll eine Grundausstattung zur Verfügung gestellt werden, welche durch die Forschungsgruppen genutzt werden kann, unabhängig von deren Grösse oder Zeithorizont. Es soll ermöglicht werden, dass sich Forschungsprojekte verändern
und weiterentwickeln können. Die Belegung soll einfach wachsen oder schrumpfen können, ohne aufwändige bauliche Veränderungen auszulösen. Die bereitgestellte Fläche soll effizient genutzt werden können und ermöglichen, dass die wissenschaftliche Zusammenarbeit auch und insbesondere zwischen den Forschungsgruppen intensiviert und gefördert wird.

Gemeinsame Technologieplattform

In den Laboren werden neben der klassischen Arbeit an Labortischen zunehmend auch baulich strukturbildende Grossgeräte wie Kernspinresonanz-Spektroskopie (NMR) für die Analyse kleinster stofflicher Mengen eingesetzt. UZI 5 wird daher das Gebäude mit dem höchsten Installations- und Technikgrad der UZH.

Rochadefläche für Sanierung

Das topmoderne Laborgebäude UZI 5 ist aber nicht nur ein wegweisender Bau für die Entwicklung des Fachs Chemie. Es ist auch ein erster Meilenstein in der Erneuerung des gesamten Campus Irchel. In erster Linie schafft er hier dringend benötigte Rochadefläche, um auch andere Teile von Irchel Mitte zu modernisieren, insbesondere jene der ersten Bauetappe (UZI 1), die 1979 eröffnet wurden. Durch das Mehr an Fläche am Campus Irchel können zudem Temporäre Standorte wie der Standort Oerlikon oder Schlieren an den Standort Irchel rückgeführt werden. Aufgrund der komplexen planerischen Fragestellungen am UZH-Standort Zentrum ist dort nämlich nicht vor 2025 mit einem zusätzlichen Raumangebot zu rechnen.

Wissenschaftsplatz Zürich

Bauen für die Life Sciences bedeutet auch, den Wissenschaftsplatz Zürich weiterzuentwickeln. Die UZH ist stolz darauf, dass die sie durch ihr Renommee in der Chemie und den übrigen Life Sciences zu einem Hotspot von Lehre und Forschung beitragen kann, der für die Schweizer Wirtschaft und Industrie eine wichtige Rolle spielt.