Baubereich UZI 5 (Übersichtsplan)

Baubereich UZI 5

Startschuss im April 2016

Die 5. Bauetappe am Standort Irchel startete im April 2016 auf dem hinteren Teil des Teilgebiets Irchel Mitte, nähe Frohburgstrasse. Das Projekt UZI 5 stellt auf rund 16'500 Quadratmetern Hauptnutzfläche (Basisprojekt rund 10'000 Quadratmeter und Erweiterung rund 6'500 Quadratmeter) eine zeitgemässe Laborinfrastruktur für die Chemie bereit. Das multifunktionale Grundrisskonzept legt dabei die Basis für eine moderne Lehre und Forschung in diesem Fachbereich. Der entsprechende Kredit von 195 Millionen wurde vom Kantonsrat im Februar 2013 bewilligt. Für das Erweiterungsprojekt beantragte der Regierungsrat im Dezember 2017 zusätzlich 55,4 Millionen CHF beim Kantonsrat.

Chemie erarbeitet Grundlagen für die Gesellschaft

Die Chemie hat eine lange Tradition an der Universität Zürich (UZH). Bereits bei ihrer Gründung 1833 wurde der erste Lehrstuhl für Chemie geschaffen und ein Lehrgang für Chemie eingeführt. Mit Erfolg: Vier der insgesamt 12 Nobelpreisträger der UZH waren Chemiker. Heute sind die Erkenntnisse der Chemie in vielen Bereichen wie Ernährung, Gesundheit und Werkstoffe unverzichtbar. Sie ist aber nicht nur ein essenzielles eigenständiges Fach im naturwissenschaftlichen Kanon, sie bildet auch die Basis für viele weitere Disziplinen: sei es Biologie, Biochemie, Pharmakologie, Human- und Veterinärmedizin, Lebensmittel- Umwelt- oder Erdwissenschaften – alle bauen stark auf Erkenntnisse aus der Chemie auf.

Stärkung der Life Sciences

Für die zukünftige Entwicklung der Chemie an der UZH ist insbesondere der Schwerpunkt Life Sciences und die Medizin zu erwähnen. Die Chemiker der UZH leisten einen unverzichtbaren Beitrag nicht nur zur Ausbildung von Medizinerinnen und Medizinern, sondern auch in der medizinischen Forschung, wie beispielsweise in der Krebsdiagnostik und -therapie, der Nanomedizin, der Antibiotikaresistenz, der Forensik, dem Doping und vielen weiteren Forschungsfragen.

Zeitgemässe Bedingungen für Lehre und Forschung

Es ist darum wichtig, dass Chemikerinnen und Chemiker der UZH in ein zeitgemässes und wandlungsfähiges Gebäude einziehen können, wo sie unter optimalen räumlichen Bedingungen forschen können. Dazu gehört auch die Ausschöpfung der Synergien entlang der internen Forschungslinien der Chemie. Die einzelnen Bereiche der Chemie an der UZH sind ja seit 2014 fusioniert, voraussichtlich ab 2021 werden sie auch physisch unter einem Dach vereint sein.

Laborausbau im Baukastensystem

Der Laborausbau im Modulsystem ermöglicht, dass sich die Infrastruktur flexibel nach der Forschungsidee richtet und nicht umgekehrt die Forschungsmöglichkeiten von der vorhandenen Infrastruktur begrenzt werden: Das System ermöglicht ein vielfältiges Raum- und Arbeitsplatzangebot durch die Anpassung der Raumnutzungen innerhalb einer Laborachse. Ziel ist ein Layout mit neutralem Charakter. Es soll eine Grundausstattung zur Verfügung gestellt werden, welche durch die Forschungsgruppen genutzt werden kann, unabhängig von deren Grösse oder Zeithorizont. Es soll ermöglicht werden, dass sich Forschungsprojekte verändern
und weiterentwickeln können. Die Belegung soll einfach wachsen oder schrumpfen können ohne aufwändige bauliche Veränderungen auszulösen. Die bereitgestellte Fläche soll effizient genutzt werden können und ermöglichen, dass die wissenschaftliche Zusammenarbeit auch und insbesondere zwischen den Forschungsgruppen intensiviert und gefördert wird.

Gemeinsame Technologieplattform

In den Laboren werden neben der klassischen Arbeit an Labortischen zunehmend auch baulich strukturbildende Grossgeräte wie Kernspinresonanzspektroskopie (NMR) für die Analyse kleinster stofflicher Mengen eingesetzt. UZI 5 wird daher das Gebäude mit dem höchsten Installations- und Technikgrad der UZH.

Rochadefläche für Sanierung

Das topmoderne Laborgebäude UZI 5 ist aber nicht nur ein wegweisender Bau für die Entwicklung des Fachs Chemie. Es ist auch ein erster Meilenstein in der Erneuerung des gesamten Campus Irchel. In erster Linie schafft er hier dringend benötigte Rochadefläche, um auch andere Teile von Irchel Mitte zu modernisieren, insbesondere jene der ersten Bauetappe (UZI 1), die 1979 eröffnet wurden. Durch das Mehr an Fläche am Campus Irchel können zudem Temporäre Standorte wie der Standort Oerlikon oder Schlieren an den Standort Irchel rückgeführt werden. Aufgrund der komplexen planerischen Fragestellungen am UZH-Standort Zentrum ist dort nämlich nicht vor 2025 mit einem zusätzlichen Raumangebot zu rechnen.

Wissenschaftsplatz Zürich

Bauen für die Chemie bedeutet auch, den Wissenschaftsplatz Zürich weiterzuentwickeln. Die UZH ist stolz darauf, dass die sie durch ihr Renommee in der Chemie zu einem Hotspot von Lehre und Forschung beitragen kann, der für die Schweizer Wirtschaft und Industrie eine wichtige Rolle spielt.